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Turn und Sportverein Gernlinden e.V.

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60 Jahre Fußball in Gernlinden - 1946 bis 2006

Martin Lindermayer und Hans Jäger waren es, die am 16. März 1946 den TSV Gernlinden gegründet haben. Deutschland war zu dieser Zeit von den Amerikanern besetzt und so waren mühsame Behördengänge notwendig, um die Lizenz für die offizielle Vereinsgründung zu erhalten. Rund einen Monat später war es dann soweit. Der Turn- und Sportverein Gernlinden war legitimierter Landkreisverein. In der Vereinsgeschichte wurde der 19. April 1946 als das Datum, an dem das erste Fußballspiel einer Herrenmannschaft stattfand, manifestiert. Der SC Olching war unser erster Gegner.

Schnell bildeten sich eine Schüler- eine Jugend- und eine AH Mannschaft. Es dauerte bis 1950 als der erste Aufstieg in die B-Klasse gelang. Zwar konnte man sich nur drei Jahre in dieser Klasse halten, doch bereits 1956 folgte der neuerliche Aufstieg. Elf Jahre nach der Vereinsgründung spielten wir bereits auf dem fünften Gernlindener Fußballplatz, auf dem dann auch in Eigenregie durch unsere Spieler und Funktionäre eine �eigene" Umkleidekabine erbaut werden konnte.

Die Erste Flutlichtanlage konnte im Jahre 1958 in Betrieb genommen werden und verbesserte die Trainingsmöglichkeiten enorm. Fünf große Masten mit riesigen Scheinwerfern beleuchteten eine Fläche von sage und schreibe 30 x 30 Metern. Ein besonderes Highlight in der Vereinschronik datiert aus dem Jahre 1964, als die Jugendmannschaft des TSV Gernlinden Spielgruppenmeister des Ldkr. Fürstenfeldbruck und Starnberg wurde. In der damals ausgetragenen Münchener Meisterschaft schafften unsere Jungs den Sprung unter die besten Vier. Die damalige Begegnung im Halbfinale gegen den TSV 1860 wurde zwar verloren aber jene Zeitzeugen erinnern sich mit glänzenden Augen an diese Partie. Mit rund 400 Zuschauern wurde damals ein imposanter Zuschauerrekord aufgestellt.

Ein großer Augenblick in der Geschichte des TSV war wohl der Mai 1965, als die Gemeinde unter dem damaligen Bürgermeister Moser beschlossen hat, dem Verein ein neues und hoffentlich endgültiges Zuhause zu geben. Ein gutes Jahr der Planung und Organisation dauerte es, bis der damalige Spielführer des Deutschen Fußballmeisters TSV 1860 München, Peter Grosser, den Spatenstich für den neuen Fußballplatz vorgenommen hat. Über 8500 Arbeitsstunden der Vereinsmitglieder waren nötig bis zur feierlichen Einweihung am 8. Juli 1973.

Wieder war es eine Jugendmannschaft, die im Jahre 1974 Geschichte schrieb. Die Jugend des TSV errang damals die Landkreismeisterschaft und im Georg Hahn Pokal das Halbfinale. Wieder war es der TSV 1860 München an dem man scheiterte. Aus dieser Jugend entwickelte sich unter dem Trainer Rudi Fischer die bis dahin beste Herrenmannschaft die der TSV hervorgebracht hatte und so war der verdiente Erfolg im Jahre 1978 der Aufstieg in die A-Klasse (heutige Kreisliga). Spieler wie Günther Eichenseer, Leo Gschwandtner, Harald Welser, Johann Köglsperger, Rudi Bader und Siegfried Scheuerer sind (oder waren) bis heute noch in verschiedenen ehrenamtlichen Positionen des Vereins tätig. Leider konnte man die Euphorie des Aufstiegs, auch gebremst durch einige Spielerabgänge, nicht mitnehmen und prompt stieg man wieder in die B-Klasse ab. Im Jahre 1981 fand sich der TSV dann wieder in der C-Klasse. In diesem Jahr wurde Werner Baumgartner aus Olching Spielertrainer. Er brachte einige junge, hungrige Spieler mit und formte zusammen mit unseren frisch aus der Jugend gekommenen und den arrivierten Spielern eine homogene Truppe, die nach einem Jahr C-Klasse bereits wieder den Aufstieg schaffte. Der Trainer, der 1984 wiederum für den Aufstieg in die A-Klasse verantwortlich zeichnete hieß Hans Lampl. Doch auch er konnte sich mit der Mannschaft nur ein Jahr in dieser Klasse halten. Werner Trinkl kehrte in dieser Zeit als Spielertrainer in seinen Heimatverein zurück und führte uns 1987 wieder zurück in die A-Klasse in der man sich fünf Jahre lang behaupten konnte. Im Jahre 1990 gelang es dem Verein, nach dem man vorher zwei Jahre lang den dritten Platz belegte, die Finalteilnahme im Sparkassencup, welches mit 0:1 gegen den damaligen Ligakonkurrenten aus Germering, verloren ging.

Nach neuerlichem Absturz in die C-Klasse ( jetzt ist das die A-Klasse ), waren noch einmal die Trainer Werner Gosse und Andreas Unterweger für einen Aufstieg in die Kreisklasse verantwortlich (1996 und 2001). Gosse schaffte den Aufstieg nach einem Relegationsspiel �die Regenschlacht von Haspelmoor" gegen Kottgeisering mit 3:2. In einem äußerst dramatischem Spiel erzielten Hubert Rottach und Christian Paulig die ersten beiden Treffer ehe der reaktivierte Rudi Englisch in der letzten Spielminute mit einem fulminanten Schuss den Aufstieg klarmachte. Der Aufstieg mit Andreas Unterweger war weniger spektakulär aber äußerst souverän. 102 Treffer auf der positiven Seite und keine einzige Niederlage in der gesamten Saison waren Anlass dazu nach �Höherem" zu streben. Doch wiederum fehlte die Beständigkeit.

So ist der TSV heute da angekommen, wo Alles begann. Die Perspektiven für die Zukunft sind jedoch sehr rosig. Eine junge Mannschaft mit großem Potenzial wächst heran. Der Altersdurchschnitt liegt bei unter 20 Jahren und eigene A-Jugend Spieler drängen mit großem Ehrgeiz in die Seniorenmannschaften. Wenn diese Truppe von Trainer Rudi Englisch mit Begeisterung, Freude und Kameradschaft weiter zu Werke geht, ist es nur eine Frage der Zeit, wann in Gernlinden wieder höherklassiger Fußball gesehen werden kann. Kameradschaft ist ein wichtiges Stichwort. Nach wie vor verdient kein einziger Spieler vom TSV Punkteprämien, geschweige Gehalt. Zur Zeit der Weltmeisterschaft in Deutschland wird das Wort �Teamgeist" wieder hochgehalten. Nicht nur zu dieser Zeit sollen sich die Fußballer des TSV Gernlinden an diese Tugend erinnern. Ein Leben in einem Fußballverein ist nicht nur trainieren und spielen, sondern auch eine Verbindung mit Freunden und bekannten Menschen.


Spieler mit mehr als 500 Spielen

Diese Statistik die allerdings nicht über die ganze Vereinsgeschichte geführt worden und erst ab 1985 lückenlos (AH nicht gewertet).

Mehr als 700 Spiele

Helmut Metschnabl ( 751 )

Mehr als 600 Spiele

Franz Gründig ( vor 1985 )
Leo Gschwandtner ( vor 1985 )
Hubert Rottach ( 668 )

Mehr als 500 Spiele

Richard Bader ( 519 )
Rudi Englisch ( 520 )
Wenhart Christian ( 504 )

Torjäger

Für den TSV Gernlinden gingen schon einige Stürmer auf Torejagd. Auch diese Statistik der besten TSV Torjäger ist erst seit 1985 lückenlos.

Willi Rappenglitz 318 Tore in 489 Spielen (0,65 )
Rudi Englisch 254 Tore in 520 Spielen ( 0,48)
Christian Paulig 212 Tore in 424 Spielen ( 0,50 )
Helmut Metschnabl 186 Tore in 751 Spielen ( 0,25 )
Hubert Rottach 150 Tore in 668 Spielen ( 0,23 )
Hasan Emanet 111 Tore in 350 Spielen ( 0,32 )
Matthias Zelazny 103 Tore in 150 Spielen ( 0,68 )
Michael Welser 101 Tore in 285 Spielen ( 0,35 )

Alt Herren (AH)

Schon seit der Vereinsgründung im Jahre 1946 beteiligt sich eine AH-Mannschaft aktiv am Fußballgeschehen des TSV Gernlinden. Wer vermutet, dass die �Alten Herren" nur wegen der sportlichen Betätigung dem runden Leder nachjagen, befindet sich allerdings im Irrtum. Denn gerade die AH-Spiele sind geprägt durch Kampf, Einsatz und oftmals auch durch übertriebenen Ehrgeiz der Akteure. Die letzten Jahre ist es aber immer schwieriger den Punktspielbetrieb aufrecht zu erhalten. Wie der Name �Alte Herren" schon sagt, es wird keiner jünger, und es fehlt an Nachwuchskräften. Die etwas Fitteren müssen auch noch regelmäßig in der Reserve aushelfen, so dass die Wehwehchen nicht besser werden. Der Trainingseifer der Meisten hält sich auch in überschaubaren Grenzen, so dass die Erfolge zählbar sind. Ein fünfter Platz von neun Mannschaften in der Dachauer Kreisklasse ist der momentane Stand.

Jugend

Wie aus der Chronik ersichtlich, wird seit 1946 nicht nur Senioren- und AH-, sondern auch Jugendfußball gespielt. Lang ist die Reihe der Jugendleiter, Trainer und Betreuer, die in den vergangenen 60 Jahren den Kindern immer wieder die Freude am Fußball spielen vermittelten. Ich kann in der heutigen Zeit meine Vorgänger nur bewundern, wie sie - besonders in den Anfangsjahren - mit einfachsten Mitteln alle Schwierigkeiten meisterten und großartige Erfolge erzielten. In der heutigen Zeit gibt es auch noch Probleme vielfältigster Art allerdings stellen sie sich in anderer Form dar.
In den Anfängen nahmen nur eine Schüler- und eine Jugendmannschaft mit jeweils einem Trainer am Spielbetrieb teil, heute spielen bis zu elf Junioren-Mannschaften, die von möglichst zwei Betreuern trainiert und betreut werden. An dieser Stelle möchte ich nicht nur den Betreuern und Schiedsrichtern für ihren unermüdlichen Einsatz, sondern auch den Eltern danken, weil ohne deren Mithilfe der Spielbetrieb nicht in diesem Umfang möglich wäre.
Unsere Fußball-Jugend kann über die Jahre auf schöne Erfolge zurückblicken. Gerade im Kleinfeldbereich erreichten unsere Buben -und auch Mädels- immer wieder die Meisterschaft in ihren Spielgruppen. Aber auch der Großfeldbereich kann sich sehen lassen. So wurden die D-Junioren in der Saison 1998/99 Hallenmeister im Kreis Ammersee/Fürstenfeldbruck und Vizehallenmeister des Kreises Zugspitze. Im Spieljahr 2000/2001 errangen wiederum die D-Junioren in der Spielgruppe 4 die Meisterschaft. Im gleichen Jahr erreichten die E-Junioren das Sparkassen Cup Endspiel. Den größten Erfolg der letzten Jahre aber erspielten sich unsere B-Junioren 2003/2004 mit dem Aufstieg in die Kreisklasse, die bis heute gehalten wird.
Träumt nicht jeder Junge - gerade im WM Jahr 2006 - einmal davon, in die Fußstapfen von Ronaldinho, Ballack und Co zu treten? Der größte Zulauf ist seit Jahren in der Altersgruppe der 7 jährigen und jünger. Für viele ist der Einstieg eigentlich ein Jahr zu früh. Aber bindet man diese Neuzugänge nicht an den Verein, so gehen sie halt woanders hin. Auf Grund des vielfältigen Freizeitangebotes verlagern sich mit zu nehmenden Alter die Interessen der Kinder und Jugendlichen, so dass es für kleinere Sportvereine immer schwieriger wird Mannschaften in den entsprechenden Altersklassen zu stellen. So ist es keine Seltenheit, dass sich bei den Jugendlichen Vereine zu Spielgemeinschaften zusammen schließen müssen, um den �übrig gebliebenen" die Möglichkeit zu geben, im TSV Fußball zu spielen. Das geschah in den vergangenen Jahren mit RW Überacker, SC Maisach und sogar mit dem FSV Aufkirchen. Aus diesem Grund sind wir auch ganz besonders stolz, dass wir seit zwei Jahren mit allen Jahrgangsgruppen von der U9 (ehemals F-Junioren) bis zur U19 (A-Junioren) am Spielbetrieb beteiligt sind. Aber wir nehmen nicht nur am Punktspielbetrieb teil, sondern organisieren seit Jahren Hallenturniere und Martin Lindermayr Gedächtnisturniere, an denen jeweils bis zu 50 Mannschaften um Pokale und Medaillen kämpfen. Außerdem richten wir auf unserem Sportgelände immer wieder übergeordnete Turniere, wie den Merkur Cup oder auch die Sparkassen Cup Endspiele, aus.
Ein langjähriger Traum des TSV Gernlinden steht kurz vor der Erfüllung, wenn im Rahmen der Festwoche endlich ein Kleinfeldplatz eingeweiht werden kann.
Ich wünsche uns, dass auch in Zukunft auf dem Sportgelände des TSV mit viel Spaß und Freude dem runden Leder hinterher gejagt wird.

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